Ideologie, Politik und normative Ordnungen in Computerspielen
Fragen zum Umgang mit der Ideologie des Bestehenden und ihrer autonomen Reproduktion
John Fiske, Stuart Hall und Michel de Certeau folgt der Vortrag in der Einsicht, dass die Rezipienten erst die konkreten Inhalte des rezipierten konstituieren.
Diese soziale Praxis als kulturschaffende Praxis in und durch die soziale Interaktion soll Reflexionsgegenstand dieses Vortrags sein. Zumindest bei Offline- bzw. Einzelspieler-Spielen ist jedoch die selbsttätige Aneignung in einem eigenen "subversiven" Interpretationskontext nur schwer vorstellbar, da Struktur und Narration in diesen Spielen eng verbunden sind und wenig Freiraum für eigene "Kulturleistung" respektive subversive Interpretation oder Aneignung vorsehen. Ganz anders verhält sich das in Mehrspieler-Spielen. Hier wäre der Raum vorhanden, um die dominante Form der gesellschaftlichen Ideologie durch Alternative Handlungs- und Interaktionsformen durch die Spieler zu unterwandern oder Alternativen zu generieren.
Während diese Dinge nur angedeutet werden, sollen abschließend Überlegungen darüber angestellt werden, worin die Attraktivität der vorrangig atavistischen Gesellschaftsbilder liegen, die in Mehrspieler-Spielen meist auch in den Spielergenerierten Inhalten zu finden sind. Hier wird dann auch der Zusammenhang mit dem Symposiumsthema "Emotional Gaming" deutlich werden. Denn: jenseits individueller Egoismen sind atavistische Gesellschaftsformen auch in Onlinewelten nicht rational begründbar.
Referent
Dr. Tobias Bevc